THG-Grenzwerte für klimaneutrales Bauen: Policy Lab mit Bauwende Allianz
April 2025
Ein Meilenstein für die Transformation des Bauens
Die Dekarbonisierung des Bausektors ist keine Zukunftsaufgabe mehr – sie ist eine unmittelbare Notwendigkeit. Während sich politische Ziele zunehmend verschärfen, fehlt es in der Praxis oft noch an klaren, verbindlichen Rahmenbedingungen.
Genau hier setzt der Report „Treibhausgas-Grenzwerte im Lebenszyklus von Gebäuden“ von Bauhaus Erde und der Bauwende Allianz an: Er zeigt, wie verbindliche Grenzwerte über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden zum zentralen Hebel für klimaneutrales Bauen werden können – und formuliert damit einen konkreten Handlungsauftrag für Politik und Branche.
Der entscheidende Hebel: Emissionen über den gesamten Lebenszyklus
Der Gebäudesektor gehört zu den größten Emittenten von Treibhausgasen. Entscheidend ist dabei: Ein erheblicher Anteil dieser Emissionen entsteht nicht im Betrieb, sondern bereits vor der Nutzung – in der Herstellung von Baustoffen, im Bauprozess und in der Logistik.
Diese sogenannten „grauen Emissionen“ wurden lange unterschätzt. Doch genau hier liegt einer der größten Hebel für wirksamen Klimaschutz im Bauwesen.
Mit der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) werden erstmals verbindliche Anforderungen an die Lebenszyklus-Emissionen von Gebäuden eingeführt. Ab 2030 müssen diese in allen EU-Mitgliedstaaten berücksichtigt werden. Damit verschiebt sich der Fokus grundlegend: Weg von einer reinen Betriebsoptimierung hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung von Gebäuden.
Vom Ziel zur Umsetzung: Warum der Report jetzt entscheidend ist
Trotz klarer europäischer Vorgaben fehlt es vielerorts noch an konkreten Umsetzungsstrategien. Genau hier liefert der Report einen entscheidenden Beitrag: Er übersetzt politische Zielsetzungen in praxisnahe Ansätze und zeigt, wie THG-Grenzwerte realistisch eingeführt werden können.
Im Rahmen eines Policy Labs wurden gemeinsam mit Expert:innen aus Praxis, Wissenschaft und Politik konkrete Grundlagen erarbeitet und anschließend im Reviewprozess weiter geschärft. BuildSystems war Teil dieses Prozesses und hat seine Praxiserfahrung gezielt eingebracht – mit dem Ziel, regulatorische Anforderungen und reale Umsetzbarkeit enger miteinander zu verzahnen.
Der Report strukturiert seine Empfehlungen in 12 praxisnahe Thesen, die zeigen, wie ein klimaneutraler Gebäudesektor realisiert werden kann:
Diese Thesen bündeln Praxiswissen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Beispiele aus Europa von Spanien über Dänemark bis Finnland – und zeigen: Die Ziele sind technisch möglich, wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich notwendig.
Report „Treibhausgas-Grenzwerte im Lebenszyklus von Gebäuden“ herunterladen
Bei BuildSystems sehen wir klimaneutrales Bauen als integralen Teil moderner Projekt- und Bauprozesse. Unsere Erfahrungen aus der Praxis bestätigen:
- Nachhaltige Gebäude sind heute planbar und wirtschaftlich realisierbar
- Verlässliche Daten und Ökobilanzen sind Voraussetzung für fundierte Entscheidungen
- Fortschritt entsteht nur durch Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg
Die kommenden Jahre werden entscheidend sein: Es geht darum, regulatorische Vorgaben, Planungspraxis und Marktmechanismen so aufeinander abzustimmen, dass klimaneutrales Bauen zum neuen Standard wird.
© Cover & Images: BuildSystems
